JVA Lenzburg

Gesamtleistungswettbewerb JVA Lenzburg

Die Kraft und Unverkennbarkeit der historischen Anlage des Fünfsterns sind Ausgangslage für diesen Entwurf: sie soll erhalten bzw. wieder hergestellt werden, indem Umfassungsmauern, Sicherheitszäune und umliegende Bauten das zentrale Gebäude begleiten, sich diesem unterordnen. So übernimmt auch das neue Produktionsgebäude die Geometrien und Hauptrichtungen der Gesamtanlage, das neue Volumen lagert sich selbstverständlich in den ostseitigen Erweiterungsbereich ein. Es handelt sich um einen niedrigen und breiten Bau ohne eigentliche Vorder- oder Rückseiten. An den nördlichen Rand des bebaubaren Perimeters gesetzt, ist die Erweiterbarkeit in seiner Struktur und inneren Organisation bereits angelegt. Der Bau tritt neben dem prominenten Hauptgebäude zurückhaltend auf. Sein architektonischer Ausdruck und seine Materialität verweisen auf seinen Zweck: es ist ein industrieller Bau, erstellt mit robusten und nachhaltigen Materialien aus der Arbeitswelt. Über grosszügige Oberlichter sind die Arbeitsräume angenehm belichtet. Direkte Sichtbezüge nach aussen sind nur einzelne vorgesehen, Sichtschutz und Sicherheit haben Priorität. Mit grossen Spannweiten und Stützenabständen wird die gewünschte Flexibilität erreicht. Die kräftigen Unterzüge und die modellierten Stützen rhythmisieren die Innenräume. Sie bilden das primäre Tragsystem. Lichtdurchlässige Glasflächen in den inneren Trennwänden aus roh belassenen Kalksandsteinen schaffen willkommene räumliche Beziehungen. Ein lichtes Treppenhaus verbindet die Geschosse und garantiert für kurze und übersichtliche Wege sowohl für die Insassen als auch für die Betreuer. Die Gebäudehülle besteht aus unterschiedlich geformter Scobalit-Platten. Das transluzente und reflektierende Material nimmt die Farbigkeit und Lichtstimmung der Umgebung auf.

  • Auftraggeber
    • Kanton Aargau
  • Wettbewerb
    • 2007
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