Wohnsiedlung Neufeld, Wettingen

Wettbewerb Wohnsiedlung Neufeld, Wettingen

Die Parzelle liegt am südöstlichen Rand des langestreckten Siedlungsraumes entlang der Neufeldstrasse und hat am Übergang zur Landwirtschftszone einen unverbaubaren 270 – Grad – Blick in die Ferne.

Die Bauten nehmen Bezug auf diese bevorzugte Lage, die kammerartigen Grünräume und die Weite. Sie bilden durch ihre Stellung zur Neufeldstrasse einen gemeinsamen, identitätsstiftenden Eingangsbereich und öffnen den Raum diagonal zum Garten, an dessen Südecke sich unter Bäumen geschützt, ein Spiel- und Aufenthaltsort für die Bewohner befindet. Eingebunden in diese „urbane“ Situation wird auch der übergeordnete Fussweg ins Quartier Tägerhard.

Die unterschiedliche Konturierung von Strassen- und Gartenseite unterstützt das Konzept der „öffentlichen“ Zugangs- resp. der „wohnlichen“ Gartenseite, die von der Ausrichtung der privaten Terrassen bestimmt wird. Dieses Verhalten generiert Volumen, die ungewohnte Abwicklungen annehmen und nicht mehr auf einen Blick erfassbar sind, sondern sich erst in der Bewegung des wahrnehmenden Menschen erschliessen.

Beide Häuser sind vergleichbar als 3-Spänner organisiert, ein Typ, der trotz seiner Kompaktheit eine hohe Wohnqualität bietet und jeder Wohnung mindestens drei Expositionen gewährt.

Kernstück aller Wohnungen bildet die funktionale Zuordnung der Raumgruppe Eingang-Küche-Wohnraum-Balkon. Als Übergangsraum ist der Balkon windgeschützt ins Volumen eingebunden und  gleichzeitig an der lateralen Fassadenflucht in direktem Bezug zum Grünraum gelegen.

In Ausdruck und Materialität orientiert sich die Überbauung an zeitgenössischen Genossenschaftsbauten. Einfache, stehende Holzfenster als Lücke zwischen den Wandscheiben, weder die Vertikale noch die Horizontale überbetonend, vermitteln eine unaufgeregte Direktheit; Faltläden und die senkrecht strukturierte, farblich verfremdete, Holzverkleidung unterstützen diesen Eindruck.

Auch der konstruktive Aufbau folgt den Gesetzen der Direktheit, vertikale Lastabtragung, kleine Spannweiten, innere Tragwände konventionell in Beton oder Backstein. Die Fassaden werden in Holzelementen ausgeführt, darin eingelagert sind Tragelemente aus Massivholz. Die Steigzonen sind von Erdgeschoss bis Attika durchgehend und genügend gross dimensioniert.

Widerstandsfähige Materialien und eine einfache Detailierung bestimmen den Innenausbau.

  • Auftraggeber
    • KMP Architektur AG
  • Wettbewerb
    • 2012
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